Aus Feinden wurden Freunde

Gedenkfeier anlässlich des 150. Jahrestages der Belagerung der Zitadelle in Bitche

„Damit aus Feinden Freunde werden, bedarf es einer langen Zeit. Dass Franzosen und Deutsche heute hier friedlich und als Freunde zusammen stehen, wäre vor 150 Jahren undenkbar gewesen“, mit diesen Worten begann der Erste Beigeordnete der Stadt Lebach, Markus Schu - auf Französisch - seine Rede bei der Zeremonie auf der Zitadelle in Bitche.

Das Jahr 1870 war ein denkwürdiges Jahr für die Stadt Bitche. Die Zitadelle wird in der Regel als „Wahrzeichen“ der Stadt beschrieben. Doch die Zitadelle ist viel mehr. Sie ist Zeugnis der Geschichte und Mahnmal zugleich.
Vor 150 Jahren wurden die Stadt und die Zitadelle von deutschen Truppen eingeschlossen. Die 230 Tage dauernde Belagerung forderte viele Opfer auf beiden Seiten. Ihnen wurde während des gemeinsamen Kirchgangs in der Église Sainte-Catherine de Bitche sowie bei der anschließenden Zeremonie auf der Zitadelle gedacht.
Die Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen sei eine historische Errungenschaft, die vor allem in vielen kleinen Dingen zum Ausdruck komme, sagte Schu in Vertretung des Bürgermeisters. Die Städtepartnerschaft zwischen Bitche und Lebach, die bereits seit über 40 Jahren besteht, sei ein Beispiel dafür. Markus Schu bedankte sich, dass er und die Delegation aus Lebach an einem so wichtigen Tag als Freunde an der Seite der Bitcher stehen durften und legte gemeinsam mit dem Maire de Bitche, Benoît Kieffer, einen Kranz bei der neuen Gedenktafel, die aus diesem Anlass feierlich enthüllt wurde, nieder.