Bedenkliche Entwicklung

Nicht nur im Lebacher Wald müssen viele Fichten gefällt werden

Rund 1300 Hektar gibt es im Stadtgebiet von Lebach. Das entspricht etwa der Größe von 1300 Sportplätzen. Ob Staatswald, städtischer Wald oder Privatwald, überall gibt es große Probleme, wie Revierförster Winfried Fandel berichtet. „Seit Sommer 2018 ist ein massives Baumsterben in unseren Wäldern zu beobachten, einst geschlossene Wälder werden immer lichter.“ Ausgelöst von Sturmschäden, den ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern sowie einer extremen Massenvermehrung von Borkenkäfern an Nadelbäumen, allen voran Buchdrucker und Kupferstecher an der Fichte.
In der „Waldzustandserfassung“, die seit 1984 regelmäßig durchgeführt wird, wird als Ursache der schleichende Klimawandel angeführt, der bereits seit Anfang der 90er Jahre sichtbar wurde. Frühzeitige und warme Frühjahrsphasen sowie ungewöhnlich sommerwarme Herbstmonate verlängern für alle Baumarten die Wachstumsperioden. Dadurch geraten die Bäume zusätzlich in Stress und das Wirkungsgefüge von Pilzen, Bakterien und Viren auf Bäume gerät durcheinander. So können z. B. bislang harmlose Pilze plötzlich gravierende Schäden verursachen. Die Blatt- und Nadelverluste der Bäume haben seit 2018 stark zugenommen. Dies zeigen die Waldzustandserhebungen der Forstverwaltungen. Und die jüngste Erhebung hat die schlimmsten Schäden noch gar nicht erfassen können, da sie mitten im Sommer durchgeführt wurde. Anschließend hielten Hitze und Trockenheit aber noch über viele Wochen an.
Für 2019 werden daher weitere Negativrekorde erwartet.  Der Klimawandel macht aktuell vor allem den Fichten und Kiefern zu schaffen. Der lange, trockene und niederschlagsarme Sommer bot den Borkenkäfern in den bereits geschwächten Bäumen optimale Brutmöglichkeiten. Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen, müssen die betroffenen Bäume gefällt und so schnell wie möglich aus dem Wald gebracht werden. „Die Fichten sehen auf den ersten Blick noch grün aus“, erklärt Revierförster Winfried Fandel. „Sie sind aber vom Borkenkäfer befallen, der sich rasant vermehrt und ausbreitet. Daher müssen wir handeln und die Fichten so schnell wie möglich fällen.“ Nur so habe man eine Chance, die Massenvermehrung des Borkenkäfers in den Griff zu bekommen.
Die Maßnahmen haben bereits begonnen, es werden große Kahlflächen entstehen, die zeitnah wieder aufgeforstet werden müssen. Schließlich ist unser Wald die „grüne Lunge“, versorgt uns mit sauberem, unbelastetem Wasser und hat einen großen Naherholungswert. Wer mithelfen möchte, den Wald im Herbst wieder aufzuforsten, kann sich gerne bei Winfried Fandel melden. Der Appell geht vor allem auch an Schulen, die vielleicht mit einer Bepflanzungsaktion Unterrichtseinheiten zum Wohl der Natur durchführen wollen.