Kindertagesstätte in Gresaubach wird doch nicht saniert

Stadt verärgert über Jahrelange Hinhaltetaktik des Bistums

Eigentlich hätte in diesem Jahr die Sanierung der katholischen Kindertageseinrichtung „Herz-Jesu“ in Gresaubach beginnen sollen. Zuschussgelder von Stadt, Kreis und Land standen für die Sanierung bereit. Doch das Bistum nimmt nun doch und anscheinend endgültig von den Sanierungsabsichten Abstand. Das Bistum könne die Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht mitfinanzieren, heißt es einem Brief an Bürgermeister Klauspeter Brill. Die Höhe der Investitionskosten übersteige bei Weitem eine „Dimension, die aus wirtschaftlichen Gründen aus unserer Sicht realisiert werden kann“, heißt es in dem Brief des Abteilungsleiters Kindertagesstätten und familienbezogene Dienste des Bistums. Und weiter: „Aus diesem Grund sehen wir leider keine Möglichkeit, dieses Projekt weiter zu betreiben.“
Nach der Ankündigung des Bistums, die katholische Kindertageseinrichtung in Gresaubach – entgegen aller bisherigen Gespräche – nun doch nicht zu sanieren, laufen bei der Stadt Lebach die Alternativplanungen auf Hochtouren. Mit den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates wurde bereits das weitere Vorgehen diskutiert. Von städtischer Seite wird vorrangig daran gearbeitet, den Standort Gresaubach für eine Kindertageseinrichtung zu sichern. Falls eine Realisierung im Ort nicht möglich ist, müssen aber auch andere Optionen in Betracht gezogen werden.

Bürgmeister Klauspeter Brill ist verärgert: "Die jahrelange Hinhaltetaktik des Bistums hat nun ihren Höhepunkt erreicht! Seit acht Jahren halten Stadt, Kreis und Land Gelder für die Sanierungsmaßnahmen am Gresaubacher Kindergarten in Form von Zuschüssen bereit. Immer wieder wurden seitens des Bistums die Umbaupläne geändert und nun heißt es plötzlich, das Kostenvolumen für die Sanierung der katholischen Kindertageseinrichtung sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu rechtfertigen. Somit steht der Kindergarten in Gresaubach vor dem Aus!
Bereits vor zehn Jahren gab es Ambitionen der Stadt, dort einen eigenen Kindergarten in städtischer Trägerschaft zu errichten. Als das Bistum die Sanierung des bestehenden katholischen Kindergartens signalisierte, wurden die stadteigenen Pläne verworfen, um nicht mit gewachsenen Strukturen zu konkurrieren. Nun werden wir genau auf diese Pläne zurückgreifen. Im Sinne der Familien aus Gresaubach sind wir dabei, Alternativstandorte für einen Neubau zu prüfen. Allerdings können wir ein solches Vorhaben nicht alleine stemmen. Es muss jetzt völlig neu mit Grundstückseigentümern, aber auch mit dem Land und dem Kreis als Fördergeldgeber verhandelt werden. All dies hätte längst in die Wege geleitet werden können, wenn das Bistum von Beginn an mit offenen Karten gespielt hätte."