Land investiert 20 Millionen Euro in Lebach

Landeswohnsiedlung wird
grundlegend saniert

Immer wieder hat Innenminister Klaus Bouillon betont, dass die Landesaufnahmestelle in Lebach Vorbildcharakter hat und eine der besten Einrichtungen bundesweit ist. Ob in den Anfangsjahren, als Vertriebene des Zweiten Weltkriegs aufgenommen wurden, oder später die sogenannten Boat-People aus Vietnam, Russland-Deutsche oder Flüchtlinge aus Krisengebieten – in Lebach haben seit den 1950er Jahren unzählige Menschen Zuflucht sowie eine neue und sichere Heimat gefunden.
Lebach galt auch in der Flüchtlingskrise 2015/2016 bundesweit als Vorzeigekommune. In der Folge entstand hier als Pilotprojekt Deutschlands erstes „Anker-Zentrum“. Doch die Gebäude in der Landesaufnahmestelle sind zweifelfrei in die Jahre gekommen. Jetzt investiert das Land rund 20 Millionen. Der Bau neuer Wohngebäude als Ersatz von Bestandsgebäuden, neue Gebäude für Sozialeinrichtungen und Verwaltung sowie der Bau eines neuen Kinderhorts und dessen Erweiterung sind Teil der Gesamtmaßnahme.
Die neuen Wohngebäude bieten kleinere Wohneinheiten. Entstehen werden Wohnungen mit zwei Schlafräumen, einer Wohn-/Essküche und einem abgetrennten Sanitärbereich. Viele der bisherigen Wohnungen verfügen derzeit nicht einmal über Duschen. Der erste Ersatzneubau (Pommernstraße 13) ist bereits fertiggestellt, Ersatzneubau II (Pommernstraße 14) soll im Herbst 2020 bezugsfertig sein, Ersatzneubau III (Ostpreußenstraße) im kommenden Jahr und die Ersatzneubauten IV und V (Schlesierallee) dann 2022.
In dem bereits fertigen Gebäude in der Pommernstraße sind 30 Wohnungen entstanden, bis zu 160 Personen können darin wohnen. Aktuell leben in der Landesaufnahmestelle rund 900 Menschen. „Die Belegungskapazität wird durch die Neubauten nicht ansteigen“, heißt es vonseiten des Ministeriums, „sondern weiterhin maximal 1200 Personen bei Normalbelegung betragen.“  Die Einrichtung wird also nicht erweitert und soll nach wie vor viele Grünflächen beinhalten. Außerdem sollen die Gebäude so konzipiert sein, dass sich insgesamt ein gepflegteres äußeres Erscheinungsbild in den Durchfahrtsstraßen ergibt.
Mit der Vergabe der Aufträge an kleine und mittelständische saarländische Handwerksbetriebe setzt das Land ein Zeichen bei der Wirtschaftsförderung und auch in Sachen Umwelt- und Klimaschutz legt der Bauherr Wert auf neuste energetische Standards. Markus Schu, der Erste Beigeordnete der Stadt Lebach: "Die Landesaufnahmestelle ist seit über 60 Jahren Teil unserer Stadt – auch wenn sie in die Zuständigkeit des Landes fällt. Dass das Land hier nun kräftig investiert, sehen wir natürlich gerne, denn damit wird das Stadtbild deutlich aufgewertet. Teilweise zerfallene Gebäude werden verschwinden und das gesamte Erscheinungsbild durch die bauliche Neustrukturierung verbessert. In den Neubauten ist die Unterbringung von geflüchteten und in Not geratenen Menschen nach angemessenen Standards möglich. Hygieneregeln einzuhalten, wie sie gerade in Zeiten von Covid19 erforderlich sind, wird dann wesentlich einfacher zu realisieren sein.
Erfreulich ist auch, dass ein Ersatzneubau für den Kinderhort geplant ist. Hier wird seit jeher Integration vorgelebt – unkompliziert, natürlich und ganz selbstverständlich, denn die Einrichtung wird gleichermaßen von Kindern aus der Landeswohnsiedlung und Kindern aus Lebach besucht. Dass die Zahl der Plätze von 60 auf 80 erhöht wird, verbessert die Betreuungssituation vor Ort. Das Gebäude soll 2023 fertig sein. Gemeinsam mit dem Land hoffen wir, dass der Zeitplan eingehalten werden kann und die Kinder bald in einem neuen Gebäude mit viel mehr Platz toben, spielen und lernen können."