Kennen Sie den Eidenborner Josef Michael Kreutzer? Nein? Wahrscheinlich doch, dann aber eher unter seinem Künstlernamen, der sich aus den beiden ersten Buchstaben der Vornamen zusammensetzt: JOsef MIchael - JOMI. Aah, ja, klar, der Pantomime. Pantomime??? Der Blick zu Wikipedia gibt Aufschluss. Aus dem griechischen abgeleitet bedeutet der Begriff wörtlich übersetzt „alles nachahmend“. JOMI selbst beschreibt seine Kunst so: „Pantomime ist die Poesie der Stille“. Übrigens listet die Wissens-Suchmaschine ihn in der Folge auch als einen der „zeitgenössischen Pantomimen“ explizit auf.
Der Künstler wurde 1952 in Bous im Saarland geboren und zählt seit langen Jahren zu den Spitzenkünstlern seines Faches. Er studierte (übrigens als der einzige Deutsche) bei Marcel Marceau an der École de mimodrame in Paris. Seine Ausbildung umfasste aber auch klassischen und modernen Tanz, Akrobatik, Fechten, Jonglieren und experimentelles Theater bei hervorragenden Lehrern wie Pavel Rouba, Maximilian Decroux, Stephan Niedzialkowsky und Matt Mattox. 1981 schloss JOMI sein Studium mit Diplom ab und arbeitet seitdem als Solopantomime und Dozent für Pantomime, Körpersprache und Bühnenkunst.
Seit 7 Jahren wohnt der gebürtige Bouser im Lebacher Stadtteil Eidenborn und ist die treibende Kraft in der Kulturgemeinschaft Eidenborn, die ihren Sitz im dortigen Kulturzentrum hat. Grund genug, sich auch einmal persönlich beim Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill vorzustellen.
Nach seinem Programm für dieses Jahr gefragt, zeigt sich schnell, wie populär JOMI ist: Er erzählt von Auftritten in ganz Deutschland, in Brasilien, Frankreich, Bolivien und Russland. Natürlich ist er auch im heimischen Saarland aktiv; erst kürzlich, am Tag der Zeugnisausgabe in der Ruth-Schaumann-Schule in Lebach, ist er in der Schule für Schwerhörige und Gehörlose aufgetreten. Kreutzer, selbst seit einer schweren Krankheit in der Kindheit gehörlos, verbindet viel mit dieser Schule, denn er unterrichtet hier einmal wöchentlich die Kunst der wortlosen Darstellung. Er kommt viel herum mit seiner Kunst, sorgt sich aber gleichwohl auch um die Heimat, in dem er beispielsweise auch im Eidenborner Kulturzentrum als Dozent für Musik, Tanz und darstellende Kunst tätig ist. Eidenborn, so seine Zukunftsvision, soll sich mittelfristig zum saarländischen Zentrum der Gehörlosen-Kultur entwickeln.
Ein Herzensanliegen ist dem weltweit auftretenden Künstler die Integration: „Ich bin unterwegs in der ganzen Welt, und Lebach hat die ganze Welt hier“, sagt er mit Blick auf die Landesaufnahmestelle für Vertriebene und Flüchtlinge. Gerade wegen der Universalität seiner wortlosen Kunst biete sich hier die Möglichkeit von Auftritten und weiteren Kooperationen. Mit Blick auf das Rathaus vereinbarte er mit dem Bürgermeister, noch in diesem Jahr eine Ausstellung im Rathausfoyer zusammenzustellen, die seine Kunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen soll.
Infos über JOMI findet man auch im Internet unter <link http: www.pantomime-jomi.de>www.pantomime-jomi.de














