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BBZ macht Jugendliche fit für die Ausbildung

Idee der Produktionsschule wird in Lebach umgesetzt

Mehrfach hat man sie in den letzten Wochen nun schon im Asiatischen Garten sehen können - Jugendliche, die dort Müll aufsammeln, den Bachlauf säubern, die Pagode oder die Zickzack-Brücke nachstreichen. Bei Nachfragen stellt sich heraus, dass es eine Schulklasse ist, die den Garten auf Vordermann bringt. Genauer gesagt: Eine Klasse junger Männer im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) des Berufsbildungszentrums Lebach.

Dieter Latz, der Klassenlehrer, erklärt den Hintergrund dieser Arbeiten: „Das hier sind junge Männer, meist mit Migrationshintergrund, die bei uns nicht nur den Hauptschulabschluss erwerben, sondern die auch an praktisches Arbeiten herangeführt werden sollen, um sich später besser ins Ausbildungs- oder Berufsleben integrieren zu können“.

Genau jene Integration, so erklärt Latz weiter, sei letztlich das Hauptziel der so genannten „Produktionsschule“, nach deren Modell nicht nur theoretische und praktische Anleitungen, sondern auch Motivation und Persönlichkeitsstärkung erfolgen sollen. Das Konzept der Produktionsschule geht auf ein dänisches Vorbild zurück und spricht als vorrangige Zielgruppe „benachteiligte“ Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahre an, die keine Berufsausbildung abgeschlossen haben, arbeitslos sind und entweder eine Schul- oder Berufsbildung abgebrochen haben oder nach Abschluss der Schulausbildung keine Berufsausbildungsstelle gefunden haben. In diesen Produktionsschulen es in erster Linie um die soziale Integration gesellschaftlicher Randgruppen und um die Förderung der persönlichen Entwicklung.

Neben der schulischen Ausbildung sieht dieses Konzept auch Betriebspraktika vor, was die jungen Männer, die in der Regel große sprachliche Barrieren haben, vor Probleme stellt. Dieter Latz erklärt: „Wir haben das in Vergangenheit mehrfach versucht, sind aber immer wieder mit genau diesem Problem konfrontiert worden. Die Betriebe haben in der Regel keine Zeit, sich so mit dem jungen Mann zu befassen, dass er versteht, was von ihm verlangt wird. Das ist bei uns anders“. Aus dieser Problematik wurde die Idee geboren, die Praxis in Kooperation mit dem Amt für Umwelt und Grünflächen der Stadt Lebach sowie der ortsansässigen KEB durch gemeinnützige Arbeiten an verschiedenen städtischen Einrichtungen wie beispielsweise dem Asiatischen Garten oder auch an Spielplätzen umzusetzen. Mit Vorteilen auf beiden Seiten, betont Latz: „So hat jeder was davon - die Stadt, die Allgemeinheit und eben meine Schüler.“

 

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