Bürgermeister kritisiert Pläne der Landesregierung

„Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen“
für LVGL und Polizei

 

Mit großer Überraschung und Verärgerung hat die Lebacher Stadtverwaltung die Nachricht vernommen, dass die Außenstelle des Landesamtes für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung (LVGL) nach Neunkirchen umziehen soll. Bürgermeister Klauspeter Brill kritisiert diese Pläne als „absolut nicht nachvollziehbar“, zumal das landeseigene Gebäude in der Lebacher Dörrenbachstraße speziell für die Bedürfnisse der Abteilung Flurbereinigung des LVGL gebaut und eingerichtet wurde. Brill zeigte sich auch überrascht von der Aussage des Umweltstaatssekretärs im Lokalteil Neunkirchen der Saarbrücker Zeitung, dass die Polizeiinspektion Lebach „dringend neue Räume brauche“ und nach dem Umzug des LVGL in die Räume in der Dörrenbachstraße umziehen werde. „Dass solche Entscheidungen auf Landesebene getroffen werden, ohne dass mit uns vor Ort auch nur ein einziges Gespräch geführt wird, ist sehr befremdlich“, sagt der Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill.
Die Stadt ist Eigentümer des Gebäudekomplexes, in dem die Polizeiinspektion derzeit untergebracht ist. Planungen zu einem barrierefreien und bedarfsgerechteren Umbau wurden bereits mehrfach diskutiert. Die Stadt stand diesen Plänen stets positiv gegenüber.  
Brill weiter: „Die Polizeiinspektion von ihrer zentralen Lage in der Fußgängerzone in die  abseits gelegene Dörrenbachstraße zu verlegen, macht aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn.“ Zumal die Lebacher Innenstadt derzeit – mit Fördermitteln von Bund und Land – komplett umgebaut und Leerstand erfolgreich beseitigt wird.
Die kostspieligen Maßnahmen, die sowohl der Umzug des LVGL von Lebach nach Neunkirchen als auch der Umzug der Lebacher Polizei nach sich ziehen würde, könne man keinem Bürger vernünftig erklären. „Jeder Umzug kostet Geld und nun sollen gleich zwei Institutionen umziehen. Das heißt an zwei bestehenden Standorten muss umgebaut werden, um die Räumlichkeiten bedarfsgerecht anzupassen und auszustatten.“ Das sei wie ein „Bäumchen-wechsel-dich-Spiel“.
Der Standort der Abteilung „Flurbereinigung“ des Landesamtes für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung mitten im Saarland sei ohnehin ideal. Nicht zuletzt, weil die Gebiete, die von der Flurbereinigung betroffen sind, sich zum allergrößten Teil im Nordsaarland befinden. Von Neunkirchen aus werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wesentlich längere und zeitintensivere Fahrten zu den Einsatzbereichen einplanen müssen.

Stadtverwaltung und die politischen Gremien in Lebach hoffen, dass es sich nur um ein Gedankenspiel handelt und mit allen Beteiligten nach einer zukunftsorientierten Lösung gesucht wird, bevor solche weitreichenden Entscheidungen getroffen werden.