Probleme bei der Müllabfuhr

Oftmals kein Durchkommen wegen parkender Autos

Pro Tag leeren die Müllwerker des Lebacher Abfallzweckverbandes (LAZ) rund 800 Müllgefäße. „Das ist Akkordarbeit“, erklärt LAZ-Disponent Michael Braun. Zum Einen müssen die Müllwerker sich sputen, um das Tagespensum samt der Fahrten zur Deponie zu schaffen, zum Anderen wollen sie auch so wenig wie möglich den innerörtlichen Verkehrsfluss beeinträchtigen. Allerdings wird die Arbeit der Müllwerker oftmals durch parkende Autos behindert. „In den meisten Fällen ist das den Autofahrern gar nicht bewusst“, erklärt Arno Graf, Geschäftsführer des LAZ. „Die Straßen sind eng und es parken immer mehr Fahrzeuge am Straßenrand.“ Das betrifft sowohl Wohngebiete, aber auch Zufahrtsstraßen, in denen man ja nur ganz kurz anhält, um schnell was zu erledigen.
Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) muss immer eine Fahrbahnbreite von 3,05 Meter frei sein. Auch beim versetzten Parken haben große Fahrzeuge wie die des Lebacher Abfallzweckverbandes oftmals Probleme bei der Durchfahrt. Schließlich ist ein Müllfahrzeug 2,50 Meter breit und stolze zehn Meter lang. Die Fahrzeuge haben eine entsprechende Schleppkurve, so dass gerade im Kurvenbereich 3,05 Meter gar nicht ausreichen.
Die Problematik betrifft alle Stadtteile – an manchen Tagen gibt es kein Durchkommen für die Müllabfuhr. „Teilweise kommen wir gar nicht erst in die Straßen rein und können daher auch die Müllgefäße nicht leeren“, berichtet Braun aus Erfahrung. Bedenken sollte man auch, dass die Müllfahrzeuge oft kaum wenden können. Seit es aufgrund der örtlichen, beengten Gegebenheiten oder gar, weil der Wendehammer einer Sackgasse zugeparkt ist.
Aufgrund der Unfallverhütungsvorschrift ist das Rückwärtsfahren von Müllfahrzeugen nicht erlaubt. Wenn aber alle Maßnahmen ausgeschöpft sind, darf ein Fahrzeug – ausgestattet mit einem akustischen Warnsignal – einige Meter rückwärtsfahren, wenn ein Müllwerker den Fahrer einweist. Nur so können Schäden an Gegenständen oder gar Verletzungen von Personen vermieden werden. „Das ist natürlich keine Thematik, die speziell Lebach betrifft“, ergänzen Klaus Peter (Geschäftsführer LAZ) und Jürgen Quint, Arbeits- und Gesundheitsschutz des ZKE (Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb). „Diese Probleme beschäftigen uns landauf, landab. Deshalb wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten auch ganz gezielt Aufklärungsarbeit betreiben und die Bevölkerung informieren.“

Der Erste Beigeordnete der Stadt Lebach, Markus Schu appelliert an die Vernunft der Bürger: „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Arbeit der Müllwerker. Schließlich sorgen diese dafür, dass  IHR Müll entsorgt wird – regelmäßig und pünktlich! Wenn nichts dazwischen kommt. Die Müllwerker versuchen, die Beeinträchtigungen bei der Entleerung der Gefäße so gering wie möglich zu halten und den Verkehrsfluss nur kurz zu beeinträchtigen. Während die Müllwerker ihre Arbeit machen, sollten wir alle Verständnis haben und ein paar Minuten Geduld aufbringen. Leider ist es vermehrt zu beobachten, dass ungeduldige Autofahrer die Gegenfahrbahn oder den Bürgersteig nutzen, um ein Müllfahrzeug zu überholen. Dadurch werden Verkehrsteilnehmer und Passanten gefährdet und es kommt nicht selten zu riskanten Situationen. Bitte beachten Sie die Größe eines Müllautos und parken sie entsprechend. Halten Sie immer die Durchfahrt frei. Bedenken sollte man zur eigenen Sicherheit auch: wenn ein Müllfahrzeug die Straße nicht befahren kann, gibt es auch für Rettungsfahrzeuge, Krankenwagen und Feuerwehr kein Durchkommen. Und das kann dann lebensbedrohlich sein!“