Der asiatische Garten

Harmonie neben der Hochtrasse

Im Jahr 2007 wurde im Zentrum der Stadt Lebach, zwischen dem Flüsschen Theel und der Hochtrasse der Umgehungsstraße, der ‘Asiatische Garten’ fertiggestellt.
Er entstand nach dem Vorbild traditioneller chinesischer Gartenanlagen und ist der einzige seiner Art im gesamten Saarland. Das 2.400 Quadratmeter große Gelände wurde im Rahmen einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme von Asylbewerbern angelegt.

 

Ziel der Anlage war es, “die Harmonie von Erde, Himmel, Steinen, Wasser, Gebäuden, Wegen und Pflanzen, also den sogenannten sieben Dingen zu erreichen”.
Zentraler Ruhepunkt des Gartens ist die Pagode. Ihre acht Seiten stehen für die acht Elemente sowie die acht Himmels- und Zwischenrichtungen. Hier sollen Gäste aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen.

Links neben der Pagode führt eine Brücke über ein künstliches Gewässer. Ihre Zickzackform entstand aus dem Glauben, dass böse Geister sich nur geradeaus bewegen können. Die halbkreisförmige Rundbogenbrücke rechts neben der Pagode spiegelt sich im Wasser zum vollen Kreis, dem chinesischen Himmelssymbol.

 

Text aus:

Gitzinger, Peter: 111 Orte im Saarland, die man gesehen haben muss. 2010

Naturdenkmal alte Eibe

Die Eibe, die auf dem Gelände des Hofgutes „Schloss La Motte” der Familie Brodback steht, zählt zu den ältesten Bäumen im Saarland.
Sie ist schon sehr lange als Naturdenkmal bekannt. Die Altersangabe für diesen Baum schwanken. Die Vorfahren erzählen von einer 1000-jährigen Eibe, eine Publikation über die Naturdenkmäler im Saarland von 1953 erwähnt ein Alter von ca. 700 Jahren.

 

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) ist die älteste Baumart Europas. Sie stammt aus der Zeit des Tertiär. Durch jahrhundertelange Übernutzung steht sie heute auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Die Eibe war 1994 Baum des Jahres und 2011 Giftpflanze des Jahres. Die Eibe wird 10 – 15 Meter hoch. Mit 90 Jahren hört sie auf in der Höhe zu wachsen, sie nimmt dann nur noch in der Dicke zu. Die Lebacher Eibe ist 14 Meter hoch.

Ihr saftarmes, zähes, hartes Holz eignet sich bestens zur Herstellung von Waffen wie Pfeil und Bogen, Speere und Armbrüste. Bei der Gletschermumie „Ötzie” fand man einen Bogenstab von 1,50 Meter länge aus Eibenholz (5200 Jahre alt). Berüchtigt waren die englischen Langbogen, mit denen man 200 Meter weit schießen konnte. Die Pfeile verließen die Sehne mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h. Waren die Spitzen dann auch noch mit dem Gift der Eibe getränkt, wurden sie zu einer tödlichen Waffe.

Das in den Nadeln, den Kernen der Fruchtbeeren und Samen enthaltene Taxin ist giftig. Die Eibe liebt ein ausgeglichenes Klima, Temperaturschwankungen größerer Art sind dem feinfaserig, zäh, hart und elastisch. Die Eibe gehört zu den ältesten Nadelbaumarten Europas und ist neben der Kiefer der einzige ursprünglich in unserer Region beheimatete Nadelbaum.

 

Die ständigen Abholzungen für den Waffenbau und die Angst vor der Giftigkeit führten dazu, dass die Eibe fast völlig verschwand. Man findet sie heute nur noch vereinzelt vor.
Ob die Lebacher Eibe der Rest eines Eibenwaldes ist, oder beim Bau des Schlosses (erbaut 12. Jh.) gepflanzt wurde, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Auf Anregung des Historischen Vereins Lebach e.V. wurde der schöne Weg zur Eibe mit zwei Holzbrücken über den alten Mühlengraben von Revierförster Winfried Fandel in Zusammenarbeit mit der KEB, der Stadt Lebach, dem (Eigentümer) Familie Brodback und dem Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz geplant und errichtet.

 

„Die Eibe – geheimnisvoll und sagenumwoben, ein Urgestein unter den Baumwesen. Von Mythen und Legenden, von tiefer Verehrung bis zum ängstlichen Meiden, todbringende und lebensspendende – so ziemlich alle Lebensinhalte zeigt uns die Eibe auf.”

Auszug aus “Naturdenkmal Alte Eibe”, Historischer Verein Lebach

Fotos: Otmar Serf

Schloss La Motte

Das barocke Schloss La Motte löste die frühere Burg Motten ab, die seit etwa 1300 Stammsitz des Geschlechtes war. Das Schloss behält deren Bezeichnung als Eigenname bei.

Erbaut wurde es in den Jahren 1707 bis 1711 unter Johann Wilhelm Ludwig Freiherr von Hagen (*1673 +1750), wobei dessen Bruder Johann Hugo von Hagen, Domherr zu Eichstätt, die eigentliche Bauleitung hatte.

Wie alte Ansichten auf Gemälden und vor allem Katasterpläne und Archivalien zeigen, handelte es sich bei dem Schlosskomplex um eine zweiteilige Anlage mit dem eigentlichen Schloss auf rechteckigem Grundriss mit verkürzten, pavillonartigen Flügeln einerseits und den Wirtschaftsgebäuden in echter Dreiflügeligkeit, die einen Vorhof bilden, andererseits. Von letzteren steht heute noch der zentrale Torbau.

 

Zur Gestaltung des Schlossgeländes trugen künstliche Wassergräben, Wälle und Gartenterrassen bei. Das Schlossgebäude besaß eine dreigeschossige, wohlgegliederte Fassade, dazu Dächer mit Dachgauben.

Es soll 34 Herrschaftszimmer, einen Rittersaal, Unterkünfte der Dienerschaft, sowie große Stallungen (für etwa 50 Pferde, 100 Rinder und 400 bis 500 Schafe) in den Wirtschaftsgebäuden und eine Mühle mit zwei Mahlgängen besessen haben. Etwa gleichzeitig mit der Französischen Revolution erlosch auch die Linie von Hagen zur Motten mit dem Tod des Reichshofratspräsidenten Johann Hugo von Hagen im Jahre 1791 im Mannesstamm.

Um das Erbe entstand ein Streit zwischen den hinterbliebenen Schwestern Johann Hugos und dem lothringischen Zweig, der seine Ansprüche geltend machte. Die lothringische Linie derer von Hagen, de la Haye, übernahm letztendlich nach langen Auseinandersetzungen vor Gericht, 1806 große Teile des Besitzes, darunter auch das Schloss Motten.

Nachdem auch diese Linie im Mannesstamm erloschen war, stand das Hofgut 1822 zum Verkauf, 1846 schließlich zur öffentlichen Versteigerung frei. Von den Besitzern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ der Bankier Abraham Mayer bis zum Jahre 1882 den größten Teil des Schlosses abreißen. Der übrig gebliebene Torbau dient heute als Wohnhaus.

 

Das ehemalige Schloss und Hofgut La Motte befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Naturdenkmal Alte Eibe und zum heutigen Festival-Gelände "Pferderennbahn La Motte". Alle drei Punkte sind bequem fußläufig zu erreichen und zu erkunden. Anfahrt über die L336 vom Verkehrskreisel Heeresstraße in Richtung Primsweiler.

Der geografische Mittelpunkt

Die Stadt Lebach fühlt sich seit jeher als das ‘Herz des Saarlandes’. Dass dieses Selbstbild das Produkt einer ausgeprägten Selbstüberschätzung ist, die den Lebachern gerne zugeschrieben wird, hat das Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen ein für alle Mal widerlegt.
Es hat nämlich den geografischen Mittelpunkt des Saarlandes ermittelt, und der liegt bei exakt 49,22,6290 nördlicher Breite und 6,52,7027 östlicher Länge.

 

Mit anderen Worten: mitten im Falscheider Wald, auf Lebacher Stadtgebiet. Was bedeutet: Lebach ist das Herz des Saarlandes. Für alle Skeptiker und Dauernörgler, die sich dieser Tatsache auf ewig verschließen wollten, wurde deshalb an der entsprechenden Stelle in einem Waldstück in der Nähe des Nordschachts (der mit 1.750 Metern tiefste Kohleschacht Europas) ein großer Findling aufgestellt und mit einer Gedenktafel versehen. Wer zu seiner inneren Mitte finden möchte, ist hier genau richtig.

 

Hobby-Mittelpunktforscher verwechseln den geografischen gerne mit dem geometrischen Mittelpunkt des Saarlandes. Auch dieser wurde vom Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen errechnet. Durch die Mittelung von über 9.400 Außenpunkten des Saarlandes wurde dessen Schwerpunkt ermittelt. Er liegt bei 49,23,0582 nördlicher Breite und 6,57,2200 östlicher Länge, am Rande von Habach, einem Ortsteil der Gemeinde Eppelborn.

 

Text aus:
Gitzinger, Peter: 111 Orte im Saarland, die man gesehen haben muß. 2010

Zum Mittelpunkt des Saarlandes führt ein barrierefreier Wanderweg.

Lebacher Eier

Lebacher Eier - steinerne Zeugnisse der Geschichte

Nichts symbolisiert sichtbarer und handfester den Leitspruch der neuen saarländischen Imagekampagne besser als das „Lebacher Ei“.

Das ist kein Hühnerei einer „Lebacher Henne“, sondern ein geologischer Einsprengling in runder Form, 250 Millionen Jahre alt, in den „Lebacher Schichten“ des „Rotliegenden“.


Aus diesem kleinen Ding ist wahrhaftig großes entstanden:

Die saarländische Hütten- und Stahlindustrie. Das „Lebacher Ei“ ist ein Stück Eisenerz, nicht hochprozentig, reichhaltig, aber es genügte als Erz, die ersten Schmelzöfen zu beschicken, die allüberall im Südwesten entstanden und sich zur Hüttenindustrie mauserten.

Als sich gegen Anfang des vorigen Jahrhunderts die bis dahin bekannten Eisenerzlager an der Saar erschöpften, begann im ganzen Land ein emsiges Suchen nach neuen Vorkommen. Um diese Zeit beutete man vor allem die in der Lebacher Gegend vorhandenen Lager aus. Das Werk in St. Ingbert sowie die Hütte in Dillingen haben sich lange Zeit ganz auf diese Erzbasis gestützt.

Geschichtliche Spuren sind noch sichtbar! Sie datieren vor dem Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“, am sichtbarsten auf „Lebacher Bann“ unweit Niedersaubach und Rümmelbach in den ehemaligen Abbaufeldern mit den bezeichnenden Namen „Schütten“, „Hinter der Erzgrube“ und „Die alten Schotten“.

Die „rotliegenden“ Lebacher Schichten lieferten aber nicht nur Erze, sondern geben auch aufschlussreiche Auskunft über die Flora und Fauna der Erdgeschichte.
Geologische Museen in der ganzen Welt stellen hier gefundene Abdrücke historischer Nadelgehölze und niederer Pflanzen (Farne) aus.
Die Post der ehemaligen DDR hat 1973 in einer Fossilienausgabe eine 10-Pfennig-Briefmarke mit dem Bild eines Nadelholzabdrucks aus Lebach herausgebracht, dem Bild einer „Lebachia speziosa“.

Text: Albert Wagner

HIER können Sie einen Film-Beitrag mit dem Lebacher Albert Wagner sehen.

 

Ausstellung im Rathaus

Als Exponate sind diese Versteinerungen zur Anschauung in allen paläontologischen Museen der Welt als Lebacher Eier ausgestellt. Seit 2015 sind in der namengebenden Stadt Lebach an verschiedenen Orten im Stadtgebiet Lebacher Eier mit ihren Fossilien ausgestellt, z.B. im Rathaus der Stadt. Dort kann man die Exponate im Foyer im Erdgeschoss betrachten und ein Stück Lebacher Geschichte entdecken. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses frei zugänglich.

Auf dem Haifischpfad, der durch Wälder, ein Tälchen und den Ort Rümmelbach führt, wird der Wanderer auch auf die weiträumigen und tief greifenden Erzschürfungen, die zwischen Gresaubach, Steinbach und Niedersaubach, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts betrieben wurden, aufmerksam gemacht.

 

Schenkung der Sammlung von Egon Groß an die die Stadt

Der Lebacher Fossiliensammler Egon Groß hat über Jahrzehnte hinweg in mühevoller Kleinstarbeit eine Sammlung mit zahlreichen interessanten Funden zusammengetragen: versteinerte Fossilien, verkieselte Hölzer und fast 2000 Lebacher Eier. Jedes für sich ein Unikat. Im Jahr 2018 hat Egon Groß seine komplette Sammlung der Stadt Lebach geschenkt. „Sie soll in gute Hände kommen“, sagte er. „Im Rathaus ist sie der Öffentlichkeit zugänglich und wird für die nächsten Generationen erhalten.“

  

Marien-Kapelle Höchsten

Im Höchster Wald von Steinbach errichtete am Standort der heutigen Marien-Kapelle im Jahr 1910 der Bergmann Johann Kuhn  aufgrund eines Traumes eine kleine Mariengrotte. Er träumte, dass dort beim Holzfällen plötzlich die Muttergottes vor ihm gestanden sei, die ihm auf Befragen verkündet habe, dass er nur noch zwei Monate leben würde. Daraufhin habe er gelobt, im Höchster Wald ein “kleines Andenken” zu errichten, wenn er einmal Zeit fände und er am Leben bliebe, bis seine Kinder selbst ihr Brot verdienen könnten. Als er dann in Rente kam, errichtete er heimlich die Grotte.

 

Schon bald nach ihrer Erbauung kamen täglich viele Besucher zu der stets mit Blumen geschmückten Grotte. Wer dann aber die Idee zum Bau einer Kapelle hatte, kann nicht mehr geklärt werden. Es muss Anfang 1928 gewesen sein, als die Baustelle geschaffen wurde, denn im März dieses Jahres wurde Pastor Wüsten wegen gefällter Bäume schriftlich gerügt.
Am 29. Juli 1928 feierte man Grundsteinlegung.
Die Einsegnungsfeier am 15. August 1929 (Mariä Himmelfahrt) wurde zum ersten großen Wallfahrtsfest in Höchsten mit einer nach “Tausenden zählenden” Menge, die den Wald füllte, so Pfarrer Wüsten.
Die kleine Grotte am linken Steilpfad zur Kapelle erinnert noch heute an Johann Kuhn.


Die Kapelle steht in der Steinbacher Gewanne “Höchster Wald”, 405 m über NN und hat für 40 Personen Platz.
Später entstanden dann unterhalb der Kapelle der Pilgerplatz mit Sitzgelegenheiten für 400 Personen, die Bildstöcke mit den “Sieben Schmerzen Mariens”, der Franziskusbrunnen und die Lourdesgrotte mit der großen Marienstatue.

In der unmittelbaren Nähe finden wir seit den neuesten Satelliten-Messungen die höchsten Erhebungen des Kreises Saarlouis: Auf dem Lindenberg (460,6 m), Höll (453,5 m) und Donnerhübel (452,1 m).

 

Brauch ist, dass an jedem ersten Mittwoch im Monat eine heilige Messe gelesen wird sowie jeden Mittwoch in der Frühe Frauengruppen zur Kapelle kommen, die als “Mittwochswallfahrer” bekannt sind. Aus den Mittwochswallfahrern der Pfarrei Limbach hat sich in den letzten Jahren die viel besuchte “Höchster Kirmes” beim “Cafe Waldfrieden” entwickelt. Der Erlös dieser Veranstaltung, die jeweils am ersten Mittwoch im August stattfindet, kommt der Mission zugute.

Mit dem Bau der Höchster Kapelle ist eine Gebetsstätte für Menschen entstanden, die im stillen Gebet oder in der christlichen Gemeinschaft Segen, Trost und Hoffnung der hl. Maria suchen. So wird sie noch immer von den zahlreichen Besuchern verstanden und auch genutzt. Bis zu 60.000 Menschen pilgern pro Jahr nach Höchsten

 

Im August 2018 fiel die Kapelle einem verheerenden Brand zum Opfer. Der Innenraum wurde dabei völlig zerstört.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben ein Jahr lang gebraucht, um die Kapelle zu sanieren. Rund 600 Arbeitsstunden haben sie geleistet, um den „Zufluchtsort mitten im Wald“ wieder herzurichten.  An Mariä Himmelfahrt (15. August) 2019 wurde die Kapelle bei einem Pontifikalamt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann und Pastor Hermann Zangerle von der Pfarreiengemeinschaft Lebach wiedereröffnet. Zugleich jährte sich an diesem Tag die Einweihung der Kapelle zum 90. Mal.